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TARIFE: Lokführer beschließen unbefristeten Streik
Heute soll der Bahnverkehr noch ungestört bleiben / Güterverkehr im Visier

Ein aktueller screenshot von der Zugauskunft zu den Zügen zwischen Berlin und Eberswalde zeigt deutlich die Auswirkungen des heutigen Streiks für Pendler.

Im TV habe ich zu dem Thema gestern einen interessanten Beitrag gesehen (gehört), der auf einen der gravierenden Unterschiede im Arbeitskampf gegenüber früher hinwies: heute streiken einige vor allem für ihre Kleingruppeninteressen, mal die Lokführer, mal die Piloten, auch die Feuerwehr plant Streiks…

Früher wurde wohl mehr für gemeinsame Ziele gestreikt. Ob die Änderung daher rührt, daß in der gesamten Gesellschaft mehr darauf geachtet wird, wie man persönlich voran kommt, ohne auf andere zu achten? Und unsere Politiker immer vorneweg?

Es ist wieder einmal Bahnstreikzeit, da sich die Bahngesellschaften nicht mit den Gewerkschaften auf einen Flächentarifvertrag einigen wollen. Im Zugverkehr kam und kommt es daher heute zu Behinderungen teilweise zu Zugausfällen.

Neben dem Personenverkehrsbereich dürfte aber auch der Güterverkehr betroffen sein, da auch Fahrdiesntleiter streiken und die eben auch für die Güterzüge mit zuständig sind.

Spon hat eine interaktive Grafik mit den Auswirkungen gebastelt, von der ich im folgenden Screenshots, Stand 26.10.2010 12.00 Uhr zeige.

Die interaktive Grafik ist hier zu finden: Bahnstreik: Interaktive Karte

Nun ist es wieder soweit, es wird gestreikt auf den Schienenwegen und das Land versinkt im Chaos? Einen etwas anderen Blickwinkel auf den Streik bei der Deutschen Bahn wirft ein Artikel in der Wochenzeitung aus der Schweiz:

Zum Streik gezwungen

Und im Endeffekt können wir der GDL vielleicht sogar dankbar sein, denn durch ihr Verhalten macht es sie potentiellen Investoren immer unschmackhafter, in die DB zu investieren, d.h. also Aktien zu
kaufen.

Übrigens halte ich es auch für eine Mär, dass nur durch die Einbeziehung des "großen" Geldes weitere Investitionen bei der Bahn zu leisten wären. Wer wenn nicht der Staat hat das nötige Kapital, um großes am Schienenstrang zu bewegen. Es kommt nur auf den politischen Willen an.

Und vielleicht kommt es auch darauf an, das aktuelle Verkehrskonzept noch einmal zu überdenken. Vielleicht liegt die Zukunft gar nicht unbedingt in wenigen Hochgeschwindigkeitsstrecken sondern eher darin, den Verkehr insgesamt zu beschleunigen und zu vereinfachen.

Wer nicht in einem der großen Zentren in ein anderes großes Zentrum will, hat wenig davon, dass der Zug von A nach B statt vielleicht 5 Stunden nur noch 3 1/2 benötigt. Vielleicht hat er ja gerade das Pech, dass die
für ihn wichtigen Ziele gar nicht mehr angefahren werden?

Was mich aber noch mehr wundert sind die Beamten bei der DB. Mich würde einmal interessieren, wie der Herr M. sie in die Bilanzsumme
hineingerechnet hat. Müsste der Staat bei einer privatisierten Bahn seine Beschäftigten nicht abziehen oder sie dem Herrn M. wenigstens gebührend in Rechnung stellen?

So, wie es derzeit aussieht, stehen die Zeichen bei der Bahn für morgen auf Streik. Mir fällt dabei eine dieser alten Parolen ein:

Wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still!

Ich weiß nur nicht, was ich davon halten soll. Zum einen verdienen Lokführer anscheinend nicht besonders viel, nicht einmal bei diesem einen Staatskonzern. Zum anderen erscheint mir eine Forderung von 31 Prozent auch etwas überzogen und auch irgendwie unrealistisch.

Vor allem stellt sich hier die Frage, was habt ihr die letzten Jahre gefordert – wie konnte es denn zu so einem Stau an Gehaltsforderungen kommen?

Gut daran ist allerdings, daß der Wert der Bahn für eventuelle Investoren geringer wird. Denn wer will schon einen so aufmüpfigen
Haufen beschäftigen. Und vielleicht sollte Herr Tiefensee nochmal die Zahlen überprüfen, nicht daß nachher nur 1 Milliarde reinkommt, aber vielleicht sogar 10 pro Jahr gezahlt werden müssen?

Lokführer wollen ganztägig streiken

Gespannt bin auf das zu erwartende Verkehrschaos, wenn wirklich
großflächig gestreikt wird. Denn im Gegensatz zu den Fernzügen, die im Verhältnis oft relativ leer sind, sind Regionalzüge und vor allem S-Bahnen überaus schlecht von irgendwelchen anderen Verkehrsmitteln zu ersetzen.

Ergänzung:
Der Vers heißt eigentlich:

Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will.

und stammt aus dem Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, das Georg Herwegh 1863 oder 1864 dichtete.

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